Menschengruppe mit Badebekleidung und Badekappen badet in der Brandung

Eine lange Geschichte

Im Wandel der Gezeiten

Juist ist eine der ostfriesischen Inseln, die wie an einer Perlenkette aufgereiht vor der Niedersächsischen Küste liegen. Die Reihenfolge der Ostfriesischen Inseln von Ost nach West lässt sich gut mit folgendem Satz merken:  Welcher (Wangerooge) Seemann (Spiekeroog) liegt (Langeoog) bei (Baltrum) Nacht (Norderney) im (Juist) Bett (Borkum)? 

Wann die Insel Juist entstand und besiedelt wurde, ist nicht genau bekannt. Vermutlich wird sich Juist nach der Zerstörung der Großinsel Bant aus eine Sandbank gebildet haben. Bant bedeckte als Marscheneiland den heutigen Raum von Borkum und Norderney. Schon römische Geschichtsschreiber berichteten von ihr unter dem Namen "Burchana". Es wird vermutet, dass die Insel Bant bei einer der großen Sturmfluten des Mittelalters zerstört bzw. in kleinere Teile zerrissen wurde.   

Erstmalig schriftlich erwähnt wird die Insel Juist 1398 in einer Lehnsurkunde. 

Auf  Sand gebaut

Geologisch ist die Insel also noch recht jung und sie besteht aus Sand. Durch Wellengang, Strömungen und Wind ist sie ständigen Veränderungen unterworfen. Laut einer Beschreibung von Enricus Ubbius um 1530 gab es damals 23 Häuser und eine wilde Pferderasse auf Juist. Das Leben der wenigen Menschen auf der Insel wird sicherlich hart und entbehrungsreich gewesen sein. Ihre Siedlungen samt Kirchen wurden mehrmals Opfer der Fluten, so dass sie zur Umsiedelung gezwungen waren. Die erste Siedlung lag nördlich der heutigen Domäne Bill. Nach den schweren Zerstörungen durch die Petriflut 1651 wurde das Dorf samt Kirche weiter südöstlich verlagert. Im weiteren Verlauf entstand das Loogdorf, welches zunächst nördlich des Hammersees gelegen war. Am Weihnachtsabend 1717 brach eine schwere Sturmflut über die gesamte Nordseeküste herein und auch Juist wurde hart getroffen. 28 Menschen ertranken, zwei Drittel aller Wohnhäuser und die Kirche im Billdorf, ein großer Teil der Dünen und fast das gesamte Weideland wurden zerstört. Infolge dieser Zerstörungen zogen mehrere Familien in den Ostteil der Insel. Aus dieser Siedlung entwickelte sich das heutige Inseldorf.             

Pastor Janus als Vorreiter

Die Idee, dass Meerwasser gesund sei und ein Bad darin das körperliche Wohlbefinden stärke, kam Ende des 18. Jahrhunderts in England auf. Von dort schwappte diese Idee Richtung Festland.

Auf Juist griff Inselpastor Gerhard Otto Christoph Janus diese revolutionären Gedanken auf. In einem Brief an seinen Landesherrn, den preußischen König Friedrich II., schlug er ihm vor, auf Juist ein Seebad einzurichten, wobei er damit auch der armen Juister Bevölkerung durch das Vermieten von Zimmern an Badegäste eine Verdienstquelle schaffen wollte. Der Brief des Inselpastors ist das älteste Zeugnis zur deutschen Seebädergeschichte, das uns erhalten ist. Sein Vorschlag blieb jedoch ungehört, und das erste deutsche Seebad entstand nicht auf Juist, sondern 1793 an der Ostsee in Heiligendamm. An der Nordsee machte dann 1797 Norderney das Rennen. Juist wurde erst im Jahre 1840 zum Seebad. Allerdings versandete dieser Anlauf. 1870 startete der nächste Versuch, der dann zum gewünschten Erfolg führte.

Offizieller Name 

Der Name Juist stammt vermutlich vom friesischen Wort „güst“, was so viel wie karg oder unfruchtbar bedeutet. Der offizielle Name für Juist lautet dagegen "Inselgemeinde Juist". Diese Namensgebung wurde durch den Gemeinderat entschieden und in der Hauptsatzung festgelegt.  

Kuren möglich

Juist ist außerdem Nordseeheilbad. Das ist das höchste Prädikat eines staatlich anerkannten Kurortes und die Qualität des Kurortes wird in regelmäßigen Abständen geprüft. Aufgrund dieser Zertifizierung ist es auf Juist möglich, eine ambulante Reha-Maßnahme durchzuführen. Weitere Informationen zu Juist als Kurort gibt es hier 

Inselgeschichte im Inselmuseum

Mehr Infos zur Inselgeschichte gibt es im Inselmuseum im Loog.